Ein Ton bekommt Nachbarn
Hören Sie unser erstes Beispiel. Es beginnt mit C und führt über D, E, F, G, A und H zum nächsten C. Die Töne werden höher. Am Ende trägt der Ton wieder denselben Namen wie am Anfang, liegt aber eine Oktave darüber.
Das sind acht gespielte Töne und sieben verschiedene Tonnamen. Das obere C ist die Wiederkehr des Anfangstons in höherer Lage. Es ist kein zusätzlich erfundener achter Tonname. Diese Unterscheidung hilft später, wenn von den sieben Stufen einer Durtonleiter die Rede ist.
Eine Tonleiter muss nicht immer acht Töne umfassen. Manche Sammlungen verwenden weniger Töne. Andere folgen einer anderen Ordnung. Hier beginnen wir bewusst mit einer verbreiteten Form aus der europäischen Musiklehre: C-Dur.
- C1 Ton zum nächsten
- D1 Ton zum nächsten
- E½ Ton zum nächsten
- F1 Ton zum nächsten
- G1 Ton zum nächsten
- A1 Ton zum nächsten
- H½ Ton zum nächsten
- C
Die Folge steigt von C4 bis C5. Die acht gespielten Positionen enthalten sieben verschiedene Tonnamen.
C-Dur aufwärts
C, D, E, F, G, A, H, C. Acht Töne aufwärts.
Bereit. Die Wiedergabe startet erst auf Ihre Betätigung.
C-Dur abwärts
C, H, A, G, F, E, D, C. Acht Töne abwärts.
Bereit. Die Wiedergabe startet erst auf Ihre Betätigung.
Eigene synthetische Klangbeispiele. Beginnen Sie mit angenehmer Lautstärke. Die langsamere Fassung behält dieselben Tonhöhen.
Die Abstände machen den Unterschied
Eine Treppe mit lauter gleich großen Stufen wäre ein einfaches Bild. Bei einer Durtonleiter passt es nur halb. Zwischen ihren Nachbartönen liegen unterschiedlich große Abstände. Zwei Stellen sind enger als die anderen.
In C-Dur sind das E und F sowie H und C. Auf dem Klavier liegt dort keine schwarze Taste zwischen den weißen Nachbartasten. Von C nach D ist der Abstand größer. Die Unterschiede bleiben auch dann hörbar, wenn Sie kein Klavier vor sich haben.
Sie müssen sich die ganze Abfolge noch nicht merken. Hören Sie zunächst, dass eine Tonleiter nicht wie eine beliebige Reihe von Tönen klingt. Sie hat eine bestimmte Gestalt.
Aufwärts, abwärts, einmal mit Pause
Starten Sie das Beispiel noch einmal. Folgen Sie den Tonnamen unter dem Player. Anschließend hören Sie dieselbe Folge abwärts. Die Auswahl der Töne bleibt gleich, nur die Richtung ändert sich.
Wenn Sie möchten, stoppen Sie nach dem ersten C und singen oder summen es leise nach. Sie können den Ton auch nur innerlich weiterdenken. Beides ist freiwillig. Wer nicht singen mag, vergleicht Anfang und Schluss mit dem Ohr.
Am Instrument genügt für heute die kleine Folge C, D, E. Spielen Sie jeden Ton einzeln und lassen Sie eine Pause. Eine vollständige Tonleiter ist noch nicht nötig.
Wozu das später hilft
Viele Melodien verwenden Ausschnitte aus einer Tonleiter, überspringen Töne oder kehren zu einem vertrauten Ton zurück. Die Tonleiter ist dabei ein möglicher Tonvorrat, keine Vorschrift dafür, wie ein Lied klingen muss.
Auch eine gut geübte Tonleiter ersetzt deshalb kein Musikstück. Sie kann Ihnen aber helfen, die Wege zwischen Tönen kennenzulernen. Im nächsten Schritt lohnt sich ein Blick auf Ganzton und Halbton. Dort wird die ungleichmäßige Treppe genauer.
Quellen
Dieser Beitrag dient allgemeinen Bildungs- und Informationszwecken und ersetzt keine individuelle musikpädagogische, medizinische oder berufliche Beratung. Es besteht keine geschäftliche Verbindung zu erwähnten Praxisfällen, Personen oder externen Anbietern.
